Wandern auf De Meinweg:
ein schöner Morgen im Nebel
Die Sonne schien kräftig, als wir mit dem Auto in Richtung Meinweg fuhren. Heute wollten wir die Route Goldene Elefanten auf Ihrem Weg wandern. Als wir die Abfahrt Richtung Vlodrop nahmen, zog sich der Himmel plötzlich zu. Tschüss Sonne. Auf einmal fuhren wir durch tief hängenden Nebel und es entstand eine ganz eigene, ruhige Stimmung. Ich mag dieses Wetter, denn es macht Fotos oft stimmungsvoller und geheimnisvoller. Am schönsten ist es, wenn dann die Sonne durchbricht und Lichtstrahlen zwischen den Bäumen entstehen.

Über den Nationalpark De Meinweg
Der Nationalpark De Meinweg liegt östlich von Roermond, direkt an der Grenze zu Deutschland, und ist Teil des Grenzparks Maas-Swalm-Nette. Was dieses Gebiet so schön zum Entdecken macht, ist die Abwechslung. Sie wandern hier nicht nur durch Wald, sondern auch entlang von Heideflächen, Moorseen und Bachtälern. Alle paar Kilometer fühlt sich die Landschaft wieder anders an. Dadurch wird eine Wanderung hier eigentlich nie langweilig.
Das Gebiet ist reich an Pflanzen und Tieren. Mit etwas Glück sehen Sie Spuren von Wildschweinen im Schlamm, ein Fuchs huscht zwischen den Sträuchern davon oder Sie hören überall um sich herum Vögel. Dass hier mehr als hundert verschiedene Vogelarten beobachtet wurden, merken Sie sofort, sobald Sie kurz stehen bleiben. Besonders ist auch: De Meinweg ist das einzige Gebiet in Limburg, in dem die Kreuzotter vorkommt. Dank der vielen Wander- und Radrouten können Sie den Park in Ihrem eigenen Tempo erkunden und immer wieder ein anderes Stück entdecken.

Hohe Bäume und winterliche Farne
Der erste Teil der Wanderung ist eigentlich sofort mein Lieblingsabschnitt. Wenn Sie in das Gebiet hineingehen, kommen Sie auf einen Weg mit sehr hohen Bäumen. Ich finde dieses Stück immer besonders fotogen, und bei diesem nebligen Wetter entstehen schöne Bilder. Es ist Februar, also sind die Farne noch trocken und braun gefärbt. Lustigerweise hatten sie genau dieselbe Farbe wie die Jacke meiner guten Freundin, die mitgewandert ist.
Über den Bohlenweg
Nach den Farnen und den hohen Bäumen kommen Sie zum Bohlenweg, der Sie zwischen den Bäumen über ein sumpfiges Gebiet führt. In diesem Abschnitt sehen Sie sehr gut, dass hier regelmäßig Wild unterwegs ist. Durch den Schlamm haben die Tiere ihre eigenen Routen gemacht, und Sie sehen deutlich, wo Wildschweine die Erde aufgewühlt haben.

Kurz im Ausland: Dalheimer Mühle
Nach dem Bohlenweg kommen Sie zur Dalheimer Mühle. Dieses Stück fühlt sich sofort ausländisch an, und das ist es auch. Sobald Sie den Bohlenweg verlassen, stehen Sie nämlich auf deutschem Boden. Bei dieser Wassermühle liegt ein kleiner See, an dem Sie oft verschiedene Vogelarten beobachten können. An diesem nebligen Tag hob sich der weiße Reiher am Rand des Sees schön vom dunklen Himmel ab. Auf einem Baumstamm im Wasser dösten ein paar Enten.
Danach führt Sie die Route wieder durch das sumpfige Gebiet zu einem Abschnitt mit sehr hohen, weißen Bäumen. Die helle Farbe dieser Stämme bildet einen starken Kontrast zu den dunklen Bäumen drumherum. Gerade dieser Kontrast macht diesen Teil besonders schön zum Durchwandern.

Das Gebiet rund um die Meru
Den letzten Teil der Route wandern Sie durch das Gebiet rund um die Meru. Die Meru in Vlodrop fühlt sich wie eine kleine, eigene Welt innerhalb von De Meinweg an. Zwischen dem Grün liegt hier der Campus der Maharishi European Research University, MERU, die seit 1990 mitten im Naturgebiet ansässig ist. Hier leben und arbeiten Menschen aus vielen Ländern, die sich mit Themen wie bewusstem Leben, Gesundheit und Bildung beschäftigen. Man merkt an allem, dass sich dieser Ort etwas anders anfühlt als der Wald drumherum.
Rund um die Gebäude liegt ein frei zugänglicher Waldpark, durch den Sie während Ihrer Wanderung einfach hindurchlaufen. Alte Bäume, Teiche und geschwungene Wege geben diesem Teil der Route eine ruhige, fast stille Atmosphäre. Im Frühjahr blühen hier Rhododendren, aber auch an einem grauen oder nebligen Tag ist dies so ein Ort, an dem Sie von selbst etwas langsamer gehen und weiter um sich schauen.
Nebel, Höhenunterschiede und Maasterrassen
Dieses neblige Wetter gibt Ihnen die besondere Chance, die Schichtung des Gebiets zu sehen. Durch den Nebel erkennen Sie die unterschiedlichen Höhen, auf denen die Bäume stehen, auf einmal viel besser. Plötzlich merken Sie ganz deutlich, dass Sie sich in der Landschaft der Limburger Maasterrassen befinden.
Ruhe, Sonne und ein schöner Abschluss
Zurück am Parkplatz klart der Himmel auf und plötzlich beginnt die Sonne zu scheinen. An diesem ruhigen Dienstagmorgen war es in De Meinweg sehr still, und bis auf ein paar Wanderer sind wir fast niemandem begegnet. Wir beenden unsere Wanderung mit einem Mittagessen bei De Boshut.